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Respekt statt Rosen

8. März, Weltfrauentag. Der heutige Tag ist auch Frauenkampftag; und hier ist nicht der Kampf mit Wäschebergen oder der Waage gemeint.

8\. März, Weltfrauentag. Die Postfächer und Social Media Feeds sind wieder einmal voll mit Blumen, Pralinen oder - schlimmstenfalls - Haushaltsgeräten. Jedoch: der heutige Tag ist auch Frauenkampftag; und hier ist nicht der Kampf mit Wäschebergen oder der Waage gemeint.

Auch im Jahr 2021 ist weltweit noch genug zu tun in Sachen Frauenrechten. In unserem Bereich, der IT, sind immer noch nur 17% der ICT Specialists Frauen. Aus diesem Grund möchten wir heute das Leben einer besonderen Frau beleuchten, die als erste Programmiererin der Welt gilt: Augusta Ada King-Noel, Countess of Lovelace.

Sie kam 1825 in London zur Welt und interessierte sich – wie ihre Mutter – früh für Mathematik und Naturwissenschaften, was ihren künftigen Weg massgeblich prägen sollte. Sie wurde Mitarbeiterin bei Charles Babbage, der die Analytical Engine entwickelte, für die sie später programmierte: die erste Berechnung der Bernoulli-Zahlen mit der Analytical Engine.

Obwohl talentiert und interessiert, war sie doch an die Regeln und Gesetze ihrer Zeit gebunden: Ihr war aufgrund ihrer primären und sekundären Geschlechtsmerkmale der Zutritt zu Bibliotheken und Universitäten verboten. Kurzum: Sie war eine Frau. Durch ihre Ehe mit William King, 8. Baron King erhielt sie dennoch Zugang zu mehr Wissen, denn dieser liess sich für sie in der Royal Society aufnehmen und konnte ihr dadurch zahlreiche Artikel abschreiben.

1843 schreibt sie ihr bedeutendstes Werk, die „Notes“. In diesen Notes findet sich der schriftliche Plan, mit der Analytical Engine die Bernoulli-Zahlen zu berechnen, dieser Plan gilt als erstes Programm überhaupt. Mittels der Unterscheidung zwischen mechanischen Komponenten und Anweisungen über Lochkarten legte sie auch den Grundstein für die heutige Unterscheidung in Hard- und Software. Ihre Aussage, dass die Maschine keine Erkenntnis besitzen kann, da sie keine Intuition besitzt, greift Alan Turing 1950 als „Lady Lovelace’s Objection“ auf.

Ada Lovelace verstarb mit gerade einmal 36 Jahren an einem Zervixkarzinom.

Heute ist die Programmiersprache Ada nach Ada Lovelace benannt, ihr wichtiger Beitrag für die Naturwissenschaften jedoch ausserhalb der IT und Mathematik fast in Vergessenheit geraten. Wir möchten zum Weltfrauentag an diese wegweisende Forschung erinnern.

Haben Sie schon von Mary Kenneth Keller, Evelyn Boyd Granville oder Katherine G. Johnson gehört? T3n hat anlässlich des Weltfrauentags weitere brillante Frauen in der IT vorgestellt.

Statt Blümchen und Pralinen möchten wir den Blick auf den Beitrag von Frauen zur Wissenschaft lenken und junge Frauen ermutigen, sich niemals die Neugier absprechen zu lassen.

VNC wünscht einen erfolgreichen Weltfrauentag!

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